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17.02.2010 14:50
Urs Aeberli

Euro: Die Schweizerische Nationalbank wird weiterhin zu Gunsten der Gemeinschaftswährung intervenieren


Die EU-Schuldenkrise belastet den Euro massiv.
Der Euro wird schwach bleiben, aber im weiteren Jahresverlauf kaum unter 1.45 Franken abtauchen. Dazu wird es die Schweizerische Nationalbank nicht kommen lassen. So der Tenor der Devisenmarktexperten.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hüllt sich wie gewöhnlich in Schweigen, wenn es um Devisenmarkt-Interventionen geht. Aber Marktbeobachter schätzen, dass die SNB seit Anfang Jahr bereits viermal am Devisenmarkt eingreifen musste, um den Euro zu stützen.

Und es besteht kein Zweifel, dass weitere Interventionen nötig sein werden, denn die Gemeinschaftswährung bleibt unter Druck aufgrund der hohen Verschuldung von Euroländern, allen voran von Griechenland. Aber wer gegen die SNB auf einen anhaltenden massiven Eurozerfall wettet, könnte sich die Finger verbrennen, warnt Commerzbank-Experte Lutz Karpowitz. Die Schweiz könne sich nämlich dank des hohen Aussenhandelsüberschusses und der geringen Inflationsgefahr weitere massive Devisenmarktinterventionen leisten.

Trotzdem erwarten diverse Banken bis Ende Jahr tiefere Euro-Kurse – etwa JP Morgan Chase und UBS 1.46 und Royal Bank of Scotland (RBS) gar 1.45 Franken. Seine Prognose für einen schwachen Euro habe aber nicht damit zu tun, dass SNB-Präsident Philipp Hildebrand von den Märkten in die Knie gezwungen werde, erklärt RBS-Experte Paul Robson. Vielmehr sei seine Prognose Ausdruck dessen, dass die wieder erstarkende Schweizer Wirtschaft auch Euro-Kurse bis 1.45 verkraften könne. Dort aber sieht Gerold Bührer, Präsident des Wirtschaftsverbandes Economiesuisse, die «absolute Schmerzgrenze» für die Schweizer Wirtschaft. Und diese wird und kann die SNB verteidigen. Für Anleger heisst das: Eine Absicherung von Euro-Positionen im Depot macht keinen Sinn; die langfristigen Kosten übersteigen den Nutzen. Dies umso mehr, als sich ab 2011 der Euro wieder deutlich erholen könnte.

Lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von Stocks, die ab Freitag, 19. Febraur erhältlich ist, mehr zur EU-Schuldenkrise: Griechische Staatsanleihen preisen derzeit zu viel Pessimismus ein und empfehlen sich als attraktiv verzinste Schnäppchen für risikofreudige Anleger.


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