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04.02.2010 10:09
Pascal Roth

Petroplus und Shell: Schwere Zeiten im Raffineriesektor


Das Treibstoff-Geschäft leidet unter engen Margen.
Reine Raffineure wie Petroplus schreiben weiterhin Verluste. Trotzdem notieren die Titel im frühen Handel stark im Plus. Auch grosse integrierte Ölmultis wie Royal Dutch Shell leiden unter Überkapazität im Raffineriesektor.

Der Zuger Ölverarbeiter hat im vierten Quartal einen Verlust von 184,2 Millionen (alle Beträge in US-Dollar) eingefahren. Im Gesamtjahr 2009 konnte Petroplus noch einen Umsatz von 14,8 Milliarden erzielen, also fast zehn Milliarden weniger als 2008. Insgesamt beträgt der Jahresverlust fast 250 Millionen, womit die Markterwartung von durchschnittlich rund 200 Millionen nicht erreicht wurde. Den Aktionären wird eine Dividendenausschüttung von zehn Rappen pro Titel vorgeschlagen. Im Vorjahr hatten die Aktionäre noch 60 Rappen in Form einer Nennwertreduktion erhalten.

Auch die vom Schweizer Manager Peter Voser geführte Royal Dutch Shell leidet im Raffinerie- und im Gasgeschäft. Der britisch-niederländisch Ölkonzern hat im vierten Quartal einen Gewinn von 1,2 Milliarden erzielt. Im Gesamtjahr ging der Überschuss um 69 Prozent auf 9,8 Milliarden zurück.

Während Shells Fördergeschäft im vierten Quartal von den inzwischen wieder anziehenden Ölpreisen profitierte, brachen die Margen im Raffineriebereich völlig ein. Kein Wunder: Die tägliche Überkapazität im globalen Raffineriegeschäft beträgt derzeit 13 Millionen Fass (à 159 Liter) Öl. In dieser Sparte musste Shell einen Verlust von fast 1,8 Milliarden hinnehmen. Noch im Vorquartal hatte der Konzern an dieser Stelle einen Gewinn von 1,3 Milliarden verbucht.

Anders als bei den Ölpreisen ist eine Erholung der Gaspreise noch nicht in Sicht. Sie leiden weltweit unter einem anhaltenden Überangebot. Das liegt zum einen daran, dass der Absatz wegen der Wirtschaftskrise deutlich gesunken ist, zugleich ist das Angebot an verflüssigtem Gas deutlich gestiegen. Das liegt auch daran, dass die USA weniger abnehmen, weil dort mehrere eigene Quellen erschlossen wurden.

Auch für das laufende Jahr ist Shell-Chef Peter Voser wenig optimistisch: «Wir erwarten keine schnelle Erholung. Die Aussichten für dieses Jahr bleiben unsicher.» Voser tritt auf die Kostenbremse und hat im vergangenen Jahr mehr als zwei Milliarden Dollar eingespart. Bei Shell werden 5000 Stellen gestrichen. Umso erstaunlicher, dass Shell die Dividende auf 42 Cent pro Aktie erhöht.

Stocks ist der Ansicht, dass es bei beiden Aktien noch günstigere Gelegenheiten für den Einstieg gibt. Bereits investierte Anleger können die Titel halten, wobei die Petroplus-Aktien wegen mangelnder Diversifizierung (kein Upstream-Geschäft) viel volatiler sind und eine deutlich geringere Dividenden-Rendite bringen.

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