Sarasin und GAM: Keine klare Linie bei Schweizer Banken

Sarasin will in Asien wachsen
pd
Mit viel Spannung waren die Zahlen von GAM Holding und Bank Sarasin erwartet worden. Wie steht GAM nach der Abspaltung von Julius Bär da? Wie hat sich die Bank Sarasin vor dem Hintergrund der anhaltenden Turbulenzen im Private Banking gehalten? Zwei Fragen, auf die es heute die Antworten gab.
Schatten bei GAM...
Für Schatten sorgte aus Sicht von Stocks vor allem die GAM Holding, unter deren Dach GAM und Swiss & Global Asset Management angesiedelt sind. Das Zahlenwerk war geprägt von vielen Sonderposten und Einmaleffekten. Insgesamt entspricht der Gewinn den Erwartungen, aber sowohl der Nettoneugeldzufluss als auch die verwalteten Vermögen enttäuschten. So betrug der Nettoneugeldzufluss lediglich 0,4 Milliarden Franken. Zudem verzerren riesige Einmaleffekte das Bild etwas. Die grössten Sonderposten waren:
1. ein Gewinn von 3,9 Milliarden Franken durch die Veräusserung von Julius Bär (nicht in bar);
2. eine Goodwill-Abschreibung in Höhe von 1,3 Milliarden Franken;
3. ein Gewinn von 920 Millionen Franken aus dem Artio-Börsengang.
Insgesamt stieg das Eigenkapital abzüglich Goodwill («Tangible Equity») von 220 Millionen auf 1223 Millionen Franken. Die Barmittel beliefen sich auf 974 Millionen. Tobias Brütsch von Vontobel resümiert: «Der Nettoneugeldzufluss drehte zwar im Segment GAM ins Positive, doch der margenschwache Teil verzeichnet noch immer ein schnelleres Wachstum.» Immerhin sieht Brütsch auch positive Punkte: Durch Sondereffekte und Goodwill-Abschreibungen habe sich die Bilanz deutlich verbessert.
... und Licht bei Sarasin
Wesentlich erfreulicher entwickelte sich das Geschäft dagegen bei der Bank Sarasin. Vor allem in Bezug auf die verwalteten Vermögen überraschten die Basler positiv. Der Nettoneugeldzufluss betrug 12,5 Milliarden Franken (+17,9 Prozent), womit das ursprüngliche Ziel von sieben Milliarden Franken deutlich übertroffen wurde. Sarasin konnte damit einmal mehr sowohl Julius Bär (5,1 Milliarden, vier Prozent) als auch Vontobel (2,1 Milliarden, 3,4 Prozent) mehr als deutlich hinter sich lassen. Insgesamt erreichten die Kundengelder auch dank einer positiven Marktperformance den Rekordstand von 93,7 Milliarden Franken (Julius Bär 153,6 Milliarden; Vontobel 75,2 Milliarden ohne Akquisition Commerzbank). Es wird eine Dividende von 90 Rappen vorgeschlagen, was einer Ausschüttungsrendite von 2,6 Prozent entspricht.
2010 will sich Sarasin wieder dem mittelfristigen Investitionsniveau annähern und das Kundenberaterteam weiter vergrössern. Mit einem Neugeldzufluss von zehn Prozent will Sarasin im Geschäftsjahr 2010 ihre Wachstumsgeschwindigkeit beibehalten. Zudem plant Sarasin, die Geschäftsbasis in den Wachstumsmärkten in Asien in den nächsten 18 Monaten weiter auszubauen.
Das meint Stocks:
Das Ergebnis der GAM Holding bestätigt die negative Stocks-Sicht auf den Titel: Es fehlt an Wachstumsfantasie, die dem Aktienkurs nachhaltig Schub verleihen könnte. Fazit: Verkaufen.
Bank Sarasin erfreut dagegen. Stocks rechnet zwar für 2010 weiter mit einem Wachstum; dieses dürfte aber wie angekündigt etwas gedämpfter ausfallen; die Konsolidierung des zurückliegenden Erfolges hat Priorität. Darüber hinaus erscheint die Expansion in die asiatische Welt erfolgversprechend. Angesichts der hohen Bewertungsparameter bleibt die Aktie trotz allem nur eine Halteposition.
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