Chefredaktor «stocks»
UBS übertrifft mit den Quartalszahlen die Erwartungen
Anders als die Konkurrenz hat die UBS im Investment Banking mehr verdient – sie steigerte den Vorsteuergewinn um rund zehn Prozent auf 1314 Millionen. Profitieren konnte die Grossbank dabei von einem Sonderfaktor, nämlich von Gewinnen auf eigenen Verbindlichkeiten in Höhe von 595 Millionen, nachdem im Vorquartal noch ein Verlust von 247 Millionen resultierte. Zum Vergleich: Heute gab auch die Deutsche Bank Zweit-Quartals-Zahlen bekannt. Dort sackte der Gewinn im klassischen Investment Banking (Sparte Corporate Banking & Securities) um fast ein Viertel ab.
Deutlich besser als erwartet verlief bei der UBS auch die Entwicklung der verwalteten Vermögen. Insgesamt flossen der Bank in der Berichtsperiode nur noch 4,7 Milliarden Franken an Kundengeldern ab; dies ist eine deutliche Verbesserung zum Vorquartal mit minus 18 Milliarden beziehungsweise zum Vorjahresquartal mit minus 39,5 Milliarden. Die Abflüsse gehen auf das Konto der Privatkunden; im Bereich der institutionellen Anleger verbucht die Bank bereits wieder Zuflüsse. Per Ende Juni verwaltete die UBS Vermögen von 2180 Milliarden nach 2267 Milliarden Ende März, wobei der Rückgang überwiegend mit den negativen Marktentwicklungen begründet wird.
Mit Blick auf die weitere Entwicklung der Bank bleibt das Management optimistisch: «Wir setzen unsere Strategie plangemäss um und rechnen in den kommenden Quartalen mit weiteren Fortschritten. Für unsere Zukunft sind wir zuversichtlich», meint CEO Oswald Grübel.
Das meint Stocks
Das Ergebnis des zweiten Quartals deutet darauf hin, dass die UBS schneller als erwartet vorankommt – und dies sowohl operativ als auch an der Kundenfront, wo die Geldabflüsse verunsicherter Anleger allmählich versiegen. Auch die politischen Risiken haben mit der Annahme des UBS-Staatsvertrags durchs Schweizer Parlament vor den Sommerferien abgenommen. Nach den Sommerferien wird das Parlament zwar die Debatte um die «Too-big-to-fail»-Problematik wieder aufnehmen, also die Diskussion um Grössenbeschränkungen für UBS und Credit Suisse. International gesehen scheinen aber die Aufsichtsbehörden die Bankregulierung nur moderat verschärfen zu wollen – so sollen zum Beispiel im Rahmen des Regelwerks Basel III fixe Eigenkapitalquoten auf Basis der sogenannten Leverage Ratio erst 2018 verbindlich vorgeschrieben werden. Die Schweiz wird zwar schärfere Regeln als das Ausland implementieren, aber auch nicht völlig aus dem Rahmen fallen können. Stocks stuft daher die Aktie der UBS auf Kaufen hoch, nachdem wir diese lange als «Halteposition mit positiver Tendenz» bezeichnet haben.
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