SNB hält Leitzins bei 0,25 - Politik kann nicht ewig weitergeführt werden (AF)
(ergänzt mit weiteren Details)
Zürich (awp) - Die Schweizerische Nationalbank (SNB) versorgt die Wirtschaft weiterhin grosszügig mit billigem Geld. Sie hat das Zielband für den Dreimonats-Libor unverändert auf 0,0% bis 0,75% belassen und strebt weiterhin einen Wert von 0,25% an, teilte die SNB mit.
Der Zinsentscheid war in dieser Form von Ökonomen erwartet worden. Eine Verschärfung der geldpolitischen Gangart wird von den Experten frühestens ab Herbst 2010 erwartet.
Die Prognose der SNB für das reale Bruttoinlandprodukt BIP im Jahr 2010 lautet neu "rund 1,5%" (von zuvor +0,5 bis +1,0%). Die Inflationsprognose für 2010 hat sie auf 0,7% (von 0,5%) angehoben, diejenige für 2011 bei 0,9% belassen. Die Inflationsprognose für das Jahr 2012 lautet auf 2,2%.
Die Inflationsprognose habe sich somit gegenüber der Lagebeurteilung vom Dezember kaum geändert, so die SNB. Sie zeige, dass die Preisstabilität in der kurzen Frist nicht gefährdet ist. Sie bestätige indessen aber auch, dass die aktuelle expansive Geldpolitik nicht über den gesamten Prognosehorizont weitergeführt werden kann, ohne die mittel- und langfristige Preisstabilität zu gefährden.
Die neue Inflationsprognose erreiche im ersten Quartal 2010 als Folge eines ölpreisbedingten Basiseffektes vorübergehend einen Höchstwert. Danach werde sich die Teuerung während des Jahres allmählich zurückbilden. Der ölpreisbedingte Basiseffekt schwäche sich nach und nach ab und das BIP bleibe unter seinem Potenzial, was sich preisdämpfend auswirke.
Zu einer Verschärfung der monetären Bedingungen habe hingegen der Anstieg des Schweizer Frankens geführt. Dies werde den preistreibenden Effekt der günstigeren Konjunktur kompensieren. Ab 2011 liege daher die neue Prognose deshalb leicht unter derjenigen vom Dezember. Die Inflation erreiche im vierten Quartal 2012 dennoch 2,75%.
Die Erholung der weltweiten Konjunktur schreitet laut SNB voran, bleibe aber anfällig. Im Falle von erneuten externen Schocks könnten Deflationsgefahren nicht ganz ausgeschlossen werden. Die Konjunktur profitiere weiter stark von staatlichen Stützungsmassnahmen. Erst nach deren Beendigung werde sich zeigen, ob die zu beobachtende Stabilisierung oder Erholung auf bestimmten Märkten von Dauer ist.
Sie werde einer übermässigen Aufwertung des Schweizer Frankens gegenüber dem Euro "entschieden" entgegenwirken, so die SNB weiter. Eine solche Aufwertung würde zu einer unerwünschten Straffung der monetären Bedingungen führen, so die Begründung. Die Währungshüter haben vor genau einem Jahr erstmals Deviseninterventionen zur Schwächung des Frankens angekündigt.
ra/uh
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